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In diesem Kapitel sollen die verschiedenen Protokolle und Interfaces näher beschrieben werden (siehe auch Tabelle Platteninterfaces im Überblick).
Paralleles SCSI
- SCSI-1
- SCSI-2
- Ultra SCSI
- Ultra2 SCSI
- Ultra160 SCSI
- Ultra 320 SCSI
Serielles SCSI
- SSA
- Fibre Channel
- Fibre-Channel-Arbitrated-Loop (FC-AL)
Paralleles SCSI
SCSI-1
Die erste verabschiedete SCSI-Norm war SCSI-1. Sie unterstützte primär
nur Festplatten und Bandlaufwerke. Auch hinsichtlich seiner sonstigen
Leistungsdaten ist SCSI-1 nicht mehr konkurrenzfähig. Der Overhead bei
der Datenübertragung liegt bei bis zu 90%. Der im asynchronen Modus
durchgeführte Datentransfer erreichte Transferraten von maximal 1 MB/s,
im synchronen Modus bis 5 MB/s. SCSI-1 wird seit 1990 nicht mehr
verwendet.
SCSI-2
Die SCSI-2 Norm wurde 1986 entwickelt und beinhaltet wesentliche
Verbesserungen. Der SCSI-2-Kommandosatz enthält eine Reihe
zusätzlicher Kommandos, welche die Unterstützung von Festplatten,
Band- und MO-Laufwerken, CD-ROMs, Scannern oder auch Jukeboxen
verbessern bzw. erst ermöglichen. Neben dem neuen standardisierten
Kommandosatz (Common Command Set) enthält die SCSI-2-Spezifikation
auch eine höhere maximale Transferrate von 10 MB/s (Fast-SCSI, mit der
üblichen Busbreite von 8 bit) sowie die Möglichkeit, die Breite des
Datenpfades auf 16 bit (Wide-SCSI) zu erhöhen. Durch eine Kombination
von Fast- und Wide-SCSI sind somit Transferraten von bis zu 20 MB/s auf
dem Bus möglich. Die Angabe der SCSI-2-Unterstützung bei einem Gerät
bedeutet nicht automatisch, dass es dem kompletten SCSI-2-Umfang
(inkl. Fast- und Wide-SCSI) entspricht, jedoch haben aktuelle Laufwerke in
der Regel Fast-SCSI implementiert. Fälschlich wird teilweise die
Wide-SCSI-Version (16 bit breiter Datenbus) von SCSI-2 als SCSI-3-
sowie Non-Fast-SCSI-2 als SCSI-1-Norm bezeichnet.
Ultra SCSI
Noch einmal verdoppelt wurde der Transfertakt bei Ultra SCSI, einer voll
abwärtskompatiblen Erweiterung von SCSI-2. Durch die Verdoppelung der
Taktrate auf dem Bus verdoppelt sich auch die Transferrate auf 20 MB/s
(8 bit) bzw. 40 MB/s (16 bit). Dies betrifft allerdings nur die
Datentransferrate. Die Befehlsübertragung geschieht weiterhin mit 5 MB/s.
Auch Stecker und Kabel wurden aus Kompatibilitätsgründen beibehalten.
Die Performance-Steigerung hat ihren Preis: Die zulässige Kabellänge
verkürzt sich bei Single-Ended auf 1,5 Meter und bei Differential
entsprechend auf 12,5 Meter. Eine aktive Terminierung ist unbedingt
notwendig, um eine störungsfreie Übertragung zu gewährleisten.
Um dem Anwender die Konfiguration des SCSI-Busses zu erleichtern,
enthält die Ultra SCSI-Spezifikation das Feature SCAM (SCSI
Configuration Auto Matically). Das angeschlossene Gerät konfiguriert sich
also selbst. Die Implementierung von SCAM in die Devices ist jedoch
jedem Hersteller selbst überlassen.
Ultra2 SCSI (LVD - Low Voltage Differential)
Produkte mit Ultra2 SCSI sind seit 1998 auf dem Markt. Auch hier wurde
wieder die Datentransferrate verdoppelt, auf 80 MB/s bei 16 bit. Die
bisherige 8 bit-Version wird sich nach und nach verabschieden. Da
ausserdem eine weitere Halbierung der Kabellänge bei
Single-Ended-Verkabelung den Bus praktisch unbrauchbar machen
würde, wurde dieser Standard nur noch als LVD (Low Voltage Differential)
definiert, eine Differenzial-Verkabelung, die darüber hinaus mit einem
Drittel der Signalspannung arbeitet. Die maximale Kabellänge beträgt hier
immerhin noch 12 m.
Um auch diesen Standard mit den bisherigen kompatibel zu halten,
werden Ultra2-Laufwerke mit einer autosensing Schnittstelle ausgerüstet,
die den Betrieb an herkömmlichen Single-Ended-Controllern (nicht am
Differenzial) ermöglichen, wenn auch nur mit Ultra SCSI-Geschwindigkeit.
Allerdings verfügen sie nicht über interne Terminierung, was die
Verwendung von separaten Terminatoren auch innerhalb der Rechner
notwendig macht.
Ultra160 SCSI
Ultra160 benutzt die gleiche Verkabelung wie Ultra2 LVD-SCSI. Die
Verdoppelung der Transferrate wurde durch die Datenübertragung an der
auf- und absteigenden Flanke des Signals erreicht. Die effektive Leistung
(der Nettodatentransfer) dürfte an die des momentanen Fibre Channel
heranreichen.
Ultra320 SCSI
Obwohl von vielen Seiten gedacht wurde, dass mit Ultra160 das Ende der
Steigerung beim parallelen SCSI erreicht wäre, ist bereits Ultra320
absehbar, die ersten Hersteller haben ihre Unterstützung und Produkte
schon angekündigt.
SCSI-3
SCSI-3 beinhaltet sowohl die Normen des parallelen SCSI als auch die der
weiter unten beschriebenen seriellen Interfaces.
SCSI-Schnittstellen
Die parallele SCSI-Schnittstelle gibt es in unterschiedlichen Varianten
(siehe Tabelle), die sich in der Art der Datenübertragung unterscheiden.
SCSI-Signale können entweder auf 8 bit (Narrow) oder 16 bit (Wide-SCSI)
breiten Bussen übertragen werden. Bis zu 7 Laufwerke können am 8
bit-Bus angeschlossen werden, bis zu 15 Laufwerke am 16 bit-Bus. Beide
Busbreiten verfügen wiederum über die Verkabelungsarten Single-Ended
(SE) oder Differenzial (D). Bei SE-SCSI wird jedes Signal nur auf einer, bei
D-SCSI dagegen auf zwei untereinander verdrillten Leitungen übertragen.
Letztere sind daher gegen elektrische Einflüsse unempfindlicher. Die
Vorteile von D-SCSI sind bessere Störsicherheit und, daraus resultierend,
grössere Kabellängen
Nachteilig sind lediglich die - im Vergleich zu SE-SCSI - höheren Kosten
für Laufwerke und Hostadapter.
Bei der Auswahl eines Subsystems ist zu beachten, dass die
SCSI-Schnittstelle des Hostadapters mit der des Laufwerks
übereinstimmt .
Grundsätzlich können 8 bit-Geräte an einen 16 bit-Bus angeschlossen
werden, jedoch sind dabei eine ganze Reihe besonderer
Konfigurationsregeln zu beachten.
Single-Ended- und Differential- oder LVD-SCSI können nicht gleichzeitig
am Bus betrieben werden. Der Versuch kann zu Schäden an Laufwerk
und Controller führen. Lediglich LVD-Laufwerke stellen sich selbstständig
auf Single-Ended um.
Synchroner und asynchroner Datentransfer
Bei parallelem SCSI gibt es den asynchronen und den schnelleren
synchronen Datentransfer. Beim asynchronen Datentransfer wird jedes
Byte separat gesendet und bestätigt, während beim synchronen Transfer
mehrere Bytes auf einmal gesendet und dann gemeinsam bestätigt
werden. Dadurch ist der Overhead beim synchronen Übertragungsmodus
kleiner und die Transferrate höher. Grundsätzlich können alle
Peripheriegeräte asynchron arbeiten. Synchronlaufwerke bzw. -Controller
stellen vor dem Datenaustausch beim so genannten handshaking fest,
ob der andere Kommunikationspartner auch synchronen Transfer
beherrscht, und benutzen dann automatisch die entsprechende
Datentransferart. Heutige SCSI-Laufwerke und Hostadapter unterstützen
in der Regel die Synchronübertragung.
Kabel für paralleles SCSI
Um einen problemlosen und fehlerfreien Datentransfer zu ermöglichen,
sind einige grundsätzliche Dinge bereits bei der Auswahl des richtigen
SCSI-Kabels zu beachten:
Die SCSI-Kabel müssen nach UL (Underwriter Laborities) und CSA
(Canadian Standard Association) spezifiziert sein. Die einzelnen Drähte
des Kabels müssen aus Kupferlitze bestehen (besser kupferverzinnt). Sie
müssen paarweise verdrillt sein. Zusätzlich sollte das Kabelbündel noch
einmal über die Länge von max. 1 m verdrillt sein. Das gesamte Kabel
braucht weiter eine doppelte Abschirmung. Dies wird in der Regel durch
eine Silberfolie und ein zusätzliches Drahtgeflecht über dem Kabelbündel
erreicht.
Werden mehrere Peripheriegeräte an einen SCSI-Bus angeschlossen,
sollten die einzelnen Verbindungskabel möglichst kurz sein und
optimalerweise dieselbe Länge haben. Dadurch wird die Störanfälligkeit
des Busses reduziert.
Da die Übertragung der SCSI-Daten bei Wide-SCSI mit 16 anstelle von 8
bit stattfindet, reichen die vorhandenen Leitungen im normalen 50poligen
SCSI-Kabel nicht aus. Wide-SCSI verwendet deshalb 68polige Kabel.
Da es bei den Kabeln keinen Unterschied zwischen Single-Ended und
Differential-SCSI gibt, können die Kabel für beide Schnittstellentypen
verwendet werden.
Terminierung der Subsysteme
Mit wachsender Übertragungsrate steigen auch die Anforderungen an die
Datenkabel und an die SCSI-Bus-Terminierung. Differential-SCSI und
aktive Terminierung gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Aktive Terminatoren arbeiten im Gegensatz zu den passiven
Terminatoren mit einem integrierten Spannungsregler. Sie halten die
Terminatorpowerleitung mit aktiven Bauelementen auf genau 2,85 V. Bei
passiver Terminierung werden sie mit einem passiven Spannungsteiler
auf etwa 3 V gehalten. So kann die Spannung im Kabel je nach Kabeltyp
und -länge stark schwanken.
Der Forced Perfect Terminator (FPT) ist eine vor allem in der IBM-Welt
(RS/6000) verwendete Variante der aktiven Busterminierung. Hierbei wird
die Impedanz des SCSI-Busses dynamisch angepasst. Wenn allerdings
FPT verwendet wird, so muss dies auf beiden Seiten des Busses - also
auch auf der Hostadapter-Seite - geschehen.
Grundsätzlich wird die Verwendung von aktiven Terminatoren empfohlen,
da diese im Gegensatz zur passiven Terminierung wesentlich
störsicherer sind.
Anschluss von Subsystemen
Beim Anschluss von externen SCSI-Subsystemen gibt es folgende
Möglichkeiten:
1. Bisher ist noch kein externes Subsystem am SCSI-Port angeschlossen:
In diesem Fall benötigt man ein entsprechendes SCSI-Kabel für die
jeweilige Rechnerplattform. Bei allen externen Subsystemen werden im
Preislistenteil Kabeltauschoptionen für die entsprechende
Rechnerplattform angeboten. So sind anstelle der Standardkabel auch
Kabel mit dem in der Preisliste angegebenen Steckern erhältlich. Das
Subsystem lässt sich auf diese Weise direkt mit dem richtigen Stecker an
den jeweiligen Rechnertyp anschliessen. Die unterschiedlichen
Steckertypen sind im Kapitel SCSI-Kabel und -Terminatoren
abgebildet. Des Weiteren wird noch ein Terminator benötigt. Immer muss
auch die maximale Kabellänge berücksichtigt werden, wobei Kabel in den
Gehäusen (Rechner, Platten etc.) mitzuzählen sind.
2. Externe Subsysteme sind bereits vorhanden und mit HD68-Steckern
ausgerüstet: Mit dem mitgelieferten Kabel kann das neue Subsystem
beliebig an die bestehenden Subsysteme angehängt bzw. zwischen diese
eingefügt werden.
3. Externe Subsysteme sind bereits vorhanden, haben aber keinen
HD68-Stecker: Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten:
- Man schliesst das neue Subsystem an die letzte vorhandene Box an.
Hierzu muss mittels einer Tauschoption das Standardkabel gegen ein
Kabel mit passendem Stecker getauscht werden. Zusätzlich wird dann
noch ein entsprechender Terminator mit Stecker benötigt.
- Das neue Subsystem wird als erstes direkt an den Rechner
angeschlossen. In diesem Fall wird, wenn nötig, das Standardkabel gegen
ein Kabel mit einem für den Rechner passenden Stecker getauscht.
Ausserdem wird dann noch ein zusätzliches Kabel zum Anschluss des
neuen Subsystems an die bereits vorhandenen benötigt. Passende Kabel
hierfür sind in dem Kapitel SCSI-Kabel und -Terminatoren aufgelistet.
Serielles SCSI
Fibre Channel
Der Name Fibre Channel ist etwas irreführend, denn der serielle Bus ist
nicht nur für Lichtleiter, sondern auch für Kupferkabel spezifiziert. Auf
beiden Medien sind Übertragungsraten von 12,5 MB/s bis hin zu etwa 400
MB/s vorgesehen. Die physikalische Transferrate liegt mit 132 Mbit/s bis 2
Gbits/s noch etwas höher. Die daraus resultierende etwas höhere
Bruttodatenrate wird für einen 8-zu-10-bit-Code genutzt, der eine einfache
Fehlererkennung erlaubt. Innerhalb eines Fibre-Channel-Systems können
verschiedene Kabelarten gemischt werden. Die einfachste Variante ist ein
abgeschirmtes Twisted-Pair-Kabel. Grosse Distanzen oder höhere
Transferraten erfordern wahlweise Kupfer- oder Glasfaserkabel. Somit
lassen sich mit ein und demselben Interface sowohl Low-End- und
Low-Cost-Systeme als auch High-End-Systeme aufbauen. Die
Glasfaserverbindungen werden über einen Duplex-SC-Stecker
angeschlossen, die Kupferverkabelung über einen DSub 9pol.-Stecker
und die Twisted-Pair-Kabel mittels eines 9-poligen HSSDC (High Speed
Serial DC-Steckers).
Fibre Channel ist die allgemeine Bezeichnung für eine Normenreihe, die
von der ANSI (American National Standards Institute) entwickelt wurde
und weiterentwickelt wird, um neue Protokolle für eine flexible
Informationsübertragung zu schaffen. Diese Entwicklung begann im Jahr
1988 als Erweiterung der Norm Intelligent Peripheral Interface (IPI)
Enhanced Physical und verzweigte sich in mehrere Richtungen.
Die vorrangigen Ziele dieser Entwicklung sind:
- unterschiedliche Typen physikalischer Schnittstellen zu unterstützen
- ein Mittel für die Vernetzung dieser unterschiedlichen Schnittstellentypen
anzubieten
- eine Hochgeschwindigkeitsübertragung grosser Datenmengen zu
ermöglichen
- das logische Protokoll wird von der physikalischen Schnittstelle
transportiert; dies erlaubt den Transport verschiedener Protokolle über
eine gemeinsame physikalische Schnittstelle (ggf. simultan)
- eine Entlastung von der zunehmenden Zahl physikalischer Schnittstellen,
die nur begrenzte Verbreitung haben
Fibre Channel ist in Systemen unterschiedlichster Grössen zu finden,
doch derzeit wird es zunächst in Grossrechnersystemen Anwendung
finden und später in Workstations. Auf preiswerten PCs dürfte es kaum
verwendet werden, doch später wird es in den Desktopsystemen von
Profianwendern implementiert werden, die an Netzwerke angeschlossen
sind.
Gegenwärtig sind systemgebundene Lichtwellenleiter-Schnittstellen in
einigen Desktop-Systemen und Workstations zu finden. Die Anwendung
sehr schneller Fibre-Channel-Schnittstellen wird zunehmen, sobald ihre
Geschwindigkeit und ihre Funktionen diesen Anwendern bekannt werden.
Dazu zählen auch kleine Arbeitsgruppen, die zwecks Datenaustausch mit
Hochgeschwindigkeitsleitungen vernetzt werden müssen.
Zu nennen sind zwei grundlegende Peripherieprotokolle für die
Gerätekommunikation: Kanäle und Netzwerke. Üblicherweise bezieht sich
der Begriff Kanal auf eine periphere I/O-Schnittstelle (mit einem
Hostcomputer), die grosse Datenmengen zwischen dem Host und dem
Peripheriegerät hin- und hertransportiert. Der
Systemverarbeitungsaufwand wird so gering wie möglich gehalten, indem
die Datenübertragung in der Hardware mit geringer bis gar keiner
Software-Beteiligung gehalten wird, sobald eine I/O-Operation beginnt.
Dagegen bezieht sich der Begriff Netzwerk auf eine I/O-Schnittstelle, die in
der Regel zahlreiche kleine Übertragungen mit grösserem
Systemverarbeitungsaufwand impliziert, der in der Regel auf eine
Softwarebeteiligung am Informationsfluss zurückzuführen ist. Netzwerke
unterstützen in der Regel eine Host-to-Host-Kommunikation.
Kanäle
Kanäle operieren in der Regel in einer geschlossenen, strukturierten und
vorhersehbaren Umgebung, in der alle Geräte, die mit einem Host
kommunizieren können, im Voraus bekannt sind, und jede Änderung
erfordert auch Modifikationen der Host-Software bzw. der
Konfigurationstabellen. Diese komplexeren Wissensstufen werden von
den meisten Kanälen bewältigt.
Das Host-System enthält das gesamte Wissen der an diesen Host
angeschlossenen Kanäle. Gelegentlich wird hierfür auch die Bezeichnung
Master-Slave-Umgebung verwendet. Peripheriegeräte wie Band- und
Plattenlaufwerke sowie Drucker sind direkt an das Host-System
angeschlossen. Der Host ist dabei der Master, und die Peripheriegeräte
sind die Slaves.
Kanäle werden für die Datenübertragung benutzt. Mit dem Begriff Daten
sind Dateien mit Informationen gemeint, die viele Tausend Byte umfassen
können. Eine wichtige Anforderung für die Übertragung von Daten ist die
fehlerfreie Übergabe, wobei die Übertragungsverzögerung zweitrangig ist.
Netzwerke
Auf der anderen Seite arbeiten Netzwerke in einer offenen,
unstrukturierten und im Grunde genommen unberechenbaren Umgebung.
Fast jeder Host bzw. jedes Gerät kann jederzeit mit jedem anderen Gerät
kommunizieren. Diese Situation erfordert eine intensivere
Software-Unterstützung zur Prüfung der Zugangsberechtigung, zur
Einrichtung von Übertragungssitzungen und für Routing-Transaktionen
zum richtigen Software-Dienst.
Diese unstrukturierte Umgebung, die davon ausgeht, dass die
angeschlossenen Geräte alle gleichberechtigt sind, wird
Peer-to-Peer-Umgebung genannt. Mehrere Workstations und
Mainframe-Computer können vernetzt werden. Dabei ist jedes System
unabhängig vom anderen, und gelegentlich tauschen sie mit Hilfe von
Netzwerkprotokollen Informationen aus. Eine Workstation und ein
Mainframe sind im Verhältnis zu anderen derartigen Systemen
gleichberechtigt. Insofern ist diese Umgebung vergleichbar mit der Art und
Weise, wie das Fernsprechsystem arbeitet, bei dem alle
Fernsprechgeräte gleichberechtigt sind. Analogien zum
Fernsprechsystem werden daher gerne gebildet.
Netzwerke werden nicht nur zur fehlerfreien Datenübermittlung, sondern
auch zur Sprach- und zur Videoübertragung genutzt, bei der die
rechtzeitige Übergabe vorrangig und eine fehlerfreie Übergabe
zweitrangig ist. Wenn die Übergabe beispielsweise bei einer
Videoübertragung verspätet erfolgt, werden die Daten nutzlos; wenn
jedoch ein oder zwei Pixel verloren gehen, wird dies gar nicht bemerkt,
solange das Bild nicht flimmert.
Unterstützte Protokolle
Fibre Channel versucht, die besten Aspekte dieser beiden konträren
Kommunikationsverfahren in einer neuen I/O-Schnittstelle zu kombinieren,
die die Bedürfnisse von Kanalbenutzern und zugleich von
Netzwerkbenutzern erfüllen.
Fibre Channel unterstützt die Übertragung von ATM (Asynchronous
Transfer Mode), IEEE 802 und sonstigem Netzwerkverkehr. Alle, die mit
Internet Protocol (IP), E-Mail, File Transfer, Fernanmeldungen und
sonstigen Internet-Diensten vertraut sind, werden feststellen, dass diese
Protokolle in Fibre Channel mit höheren Geschwindigkeiten unterstützt
werden.
Hierbei handelt es sich um wichtige Aspekte für den Anschluss von
Systemen, die auf Fibre-Channel-Basis arbeiten, an die wichtigsten
globalen Netzwerke sowie an bereits von Unternehmen installierten LANs.
Dazu zählen SONET-basierte Systeme und LANs wie Ethernet.
Ein wichtiger von Fibre Channel geleisteter Beitrag besteht darin, dass
diese beiden Schnittstellentypen, d. h. Kanäle und Netzwerke, jetzt das
gleiche physikalische Medium teilen können. In den letzten Jahren wurden
I/O-Kanäle dahingehend ausgebaut, dass sie Netzwerkanwendungen mit
einschliessen (z. B. mit Hilfe von SCSI, um zwei Workstations zu
vernetzen). In gleicher Weise bewegen Netzwerke mit Hilfe von
Netzwerk-Dateitransferprotokollen Daten zwischen Systemen und
Dateiservern hin und her (z. B. Network File System (NFS).
Mit Fibre Channel ist es jetzt möglich, dasselbe physikalische Medium und
dasselbe physikalische Transportprotokoll über einen gemeinsamen
Hardware-Port zu benutzen, um sowohl Kanal- als auch
Netzwerkaktivitäten zu verwalten. Es ist möglich, Informationen an ein
Netzwerk zu senden, das über Fibre Channel an die Rückwand einer
Workstation angeschlossen ist, und zugleich Fibre Channel zu benutzen,
um intern mit den lokalen Peripheriegeräten zu kommunizieren (z. B. mit
Platten- und Bandlaufwerken).
Protokollmerkmale von Fibre Channel: Fibre Channel enthält keinen
Befehlssatz wie beispielsweise SCSI und IPI, sondern stellt einen
Mechanismus zur Verfügung, um andere Protokolle auf Fibre Channel
aufzusetzen. Dies ist möglich, indem Fibre Channel als Träger für diese
Befehlssätze dient, und zwar so, dass der Empfänger zwischen beiden
unterscheiden kann. Dies impliziert, dass diverse Befehlssätze älterer
I/O-Schnittstellen, für die bisher Software-Investitionen erforderlich waren,
direkt auf Fibre Channel angewendet werden.
Die Trennung der I/O-Operationen von der physikalischen I/O-Schnittstelle
ist ein wichtiges Leistungsmerkmal von Fibre Channel und ermöglicht die
simultane Benutzung unterschiedlicher Befehlssätze. Die verschiedenen
Befehlssätze, wie z. B. SCSI, IPI-3, IP etc., werden üblicherweise an ihren
eigenen, speziellen Schnittstellen verwendet. Fibre Channel definiert
hingegen einen einzigen gemeinsamen, physikalischen
Übertragungsmechanismus für diese Befehlssätze.
Fibre Channel
- ist sich des Inhalts oder der Bedeutung der gerade übertragenen
Informationen nicht bewusst
- erhöht die Konnektivität von Dutzenden auf Hunderte oder sogar
Tausende von Geräten
- vergrössert den Maximalabstand zwischen den Geräten
- erhöht die Übertragungsrate um das Vier- bis Fünffache gegenüber den
verbreitetsten Kanälen und um das Hundertfache gegenüber gängigen
Netzwerken.
In den folgenden Abschnitten wird beschrieben, wie Fibre Channel den
Aufbau eines Netzwerks erlaubt.
Vernetzungstopologien
Fibre-Channel-Geräte werden auch Knoten (engl. nodes) genannt, von
denen jeder mindestens einen Port hat, um einen Zugang zur Aussenwelt
(d. h. zu einem anderen Knoten) zu schaffen. Die Komponenten, die zwei
oder mehr Ports miteinander verbinden, werden unter der Bezeichnung
Topologie zusammengefasst. Alle Fibre-Channel-Systeme besitzen
lediglich diese beiden Elemente: Knoten mit Ports und Topologien.
Jeder Fibre-Channel-Port verwendet ein Leiterpaar - einen Leiter, um zum
Port gehende Informationen zu übertragen, und einen, um vom Port
kommende Informationen zu übertragen. Bei Fibre Channel handelt es
sich entweder um elektrische Leiter oder um Lichtwellenleiter. Dieses
Faserpaar wird Verbindung (engl. link) genannt und ist Bestandteil jeder
Topologie. Siehe Abbildungen 2 bis 4.
Daten werden immer in Einheiten (so genannten Frames oder Rahmen)
über diese Verbindungen übertragen. Die Fibre-Channel-Norm definiert
drei Topologien, doch liegt die Betonung vor allem auf einer Topologie,
die auch Fabric-System genannt wird und als Erstes beschrieben werden
soll.
Fabric-Topologie
Ein Fabric-System (siehe Abbildung 2) erlaubt dynamische Kopplungen
zwischen Knoten über die an dieses System angeschlossenen Ports. Zu
beachten ist, dass der Begriff Fabric in dieser Anwendung als Synonym
für die Begriffe Switch bzw. Router gelten kann. Jeder Port in einem
Knoten, ein so genannter N_Port oder NL_Port, ist an das Fabric-System
über eine Verbindung angeschlossen. Jeder Port in einem Fabric-System
wird F_Port genannt. Jeder Knoten kann mit jedem anderen, an andere
F_Ports desselben Fabric-Systems angeschlossenen Ports mit Hilfe der
Dienste des Fabric-Systems kommunizieren. Bei dieser Art von Topologie
werden alle Leitwegoperationen für die Rahmen vom Fabric-System
anstelle der Ports durchgeführt.
Dieser Jeder-mit-jedem- bzw. Peer-to-Peer-Dienst ist ein wesentlicher
Bestandteil der Auslegung des Fibre Channels. Ein System, das für
Peer-to-Peer-Dienste ausgelegt wurde, kann so verwendet werden, dass
das Master-Slave-Kommunikationsverfahren des Typs Host emuliert wird.
Auf diese Weise kann Fibre-Channel-Kanal- und Netzwerkprotokolle
simultan unterstützen.
Wie ein Fernsprechsystem
Die Funktion des Fabric-Systems ist der eines Fernsprechsystems
vergleichbar - wir wählen irgendeine Rufnummer, das Fernsprechsystem
findet den Pfad zum gewünschten Zielanschluss, der Rufton ertönt, und
der Angerufene antwortet. Wenn eine Vermittlungsstelle oder Verbindung
abstürzt, leitet das Fernsprechunternehmen die Anrufe über andere Pfade
um, was der Anrufer selten bemerkt. Die meisten von uns wissen nichts
von den Zwischenverbindungen, die das Fernsprechunternehmen
schaltet, um unseren einfachen Anruf erfolgreich werden zu lassen.
Wir geben dem Fernsprechunternehmen jedoch einige Hinweise zu
unserem Anruf. Die Rufnummer beginnt beispielsweise (in den U.S.A.) mit
der Ziffer 1 - gefolgt von zehn Ziffern in Form einer Ortsvorwahl- (3),
Vermittlungsstellen- (3) sowie Teilnehmernummer (4). Wenn am Anfang
der Rufnummer nicht die Ziffer 1 steht, gilt der Anruf innerhalb des
Ortsvorwahlbereichs des Anrufers, und es werden lediglich sieben Ziffern
verwendet. Diese Hinweise helfen der Fernsprechgesellschaft, die
Verbindung herzustellen. Die Rufnummer entspricht dem
Fibre-Channel-Adress-ID. Ein Teil der Adress-ID wird verwendet, um die
betreffende Domain des Fabric-Systems zu bestimmen, und der Rest
dient dazu, den speziellen Port zu ermitteln.
Zu beachten ist, dass das Fernsprechsystem nicht am Inhalt des
Gesprächs zwischen den beiden Fernsprechteilnehmern beteiligt ist (bzw.
von ihm betroffen ist); es sorgt lediglich für die Herstellung der
Verbindung. In gleicher Weise sorgt Fibre Channel für die Verbindung,
und die aufgesetzten Protokolle (z. B. SCSI oder IPI) tragen die Befehle.
Diese Protokolle spielen eine ähnliche Rolle wie die Sprachen in
Fernsprechsystemen. Fibre Channel und die anderen Protokolle sollten
als integraler Bestandteil des Informationsaustauschs gesehen werden.
Der Weg von A nach C
Die Komplexität eines Fabric-Systems ist vergleichbar mit der von
Vermittlungsstellen des Fernsprechsystems; die entsprechenden
Fabric-Geräte werden Fabric-Elemente genannt. In Abbildung 2 wird nur
ein Fabric-Element mit vier F_Ports dargestellt, die mit a, b, c und d
gekennzeichnet sind. Wenn Knoten A mit Knoten C sprechen muss, wird
die Information zunächst an das Fabric-System in F_Port a gesandt. Das
Fabric-System stellt eine interne Verbindung oder eine Reihe von
Verbindungen zu F_Port c her. Die Information wird dann an Knoten c
gesandt. Es ist u. U. erforderlich, mehrere Fabric-interne Pfade
auszuwählen, ehe man zu F_Port c gelangt.
Das Fabric-System kann aus einem einzigen oder mehreren
Fabric-Elementen bestehen. Wie bei Fernsprechsystemen wissen wir
nicht (bzw. kümmern uns nicht darum), durch wie viele Switches
(Vermittlungsstellen) wir gehen müssen, solange wir mit der richtigen
Zielstation verbunden werden.
Ein Fabric-System wird auch vermittelte Topologie oder
Koppelpunkt-Vermittlungstopologie genannt. Die Leitweglenkung
(Routing) über verschiedene Switches erfolgt, indem die Fabric-Elemente
die Zieladresse-ID im Rahmen interpretieren, sobald es in jedem
Fabric-Element ankommt.
Das Fabric-System lässt sich physikalisch als einzelnes Fabric-Element
mit mehreren F_Ports implementieren (wie aus Abbildung 2 ersichtlich),
oder es kann als eine Reihe mehrerer derartiger, untereinander
verbundener Fabric-Elemente implementiert werden. Die Leitweglenkung
bzw. Vermittlung jeder Kopplung ist transparent für die beiden N_Ports,
die über F_Ports an die Fabric-Aussenkante angeschlossen sind.
Wenn die Topologie von den Knoten getrennt ist, wie dies beim
Fernsprechsystem und Fibre Channel der Fall ist, können neue
Technologien für die Leiter eingeführt werden. Neue Geschwindigkeiten
und neue Funktionen können im Fabric-System implementiert werden,
ohne dass dadurch alle vorhergehenden Investitionen in vorhandene
Knoten verloren gehen. Fibre Channel erlaubt die Kombination von
Zusatzgeräten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten oder
Eigenschaften.
Externe SCSI Kabeltypen
Folgende SCSI Kabeltypen sind gängig:
SCSI Anschluss 25-polig (SUB-D)(erste SCSI Version)
SCSI Stecker 50-polig
SCSI Anschluss (Centronix)
FAST SCSI
WIDE SCSI
im Bild in gleicher Reihenfolge.
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